Preisträger

Preisträger

Aktuelle Preisträger

Die Preisträger des Hessischen Leseförderpreises 2021 stehen fest. Die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in diesem Jahr unter vier Preisträgern aufgeteilt.

NETZWERK LESEFÖRDERUNG RHEINGAU-TAUNUS E.V.  

Das Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V. wird für die „Weltretter-Bibliothek-to-go“ ausgezeichnet. 

Die „Weltretter-Bibliothek-to-go“ verbindet die Themen Umwelt-, Literatur- sowie Medienpädagogik und ist als mobile, modulare Bibliothek für andere Bibliotheken und Bildungseinrichtungen im Rheingau-Taunus-Kreis konzipiert worden. 

Da Bibliotheken wichtige Orte der kulturellen Bildung und Teilhabe sind, besteht das Hauptanliegen des Netzwerks Leseförderung Rheingau-Taunus e.V. mit der Etablierung der sogenannten „Green Library“ insbesondere darin, dass sich auch Einrichtungen, denen es an finanziellen und personellen Ressourcen fehlt, durch die kostenlose Nutzung der „Weltretter-Bibliothek-to-go“ als Bildungspartner vor Ort positionieren können. 

Die modulare Bibliothek überzeugt durch die Vielseitigkeit der angebotenen digitalen Medien, Apps, Tools und Lizenzen als zeitgemäßes und innovatives Projekt, das mit Spaß und Leichtigkeit die Lesebereitschaft aller Kinder und Jugendlichen in der breit angelegten Zielgruppe, die von der Kita über die Grundschule bis in die fünften und sechsten Klassen aller Schulformen reicht, fördert.  

Das Netzwerk Leseförderung Rheingau-Taunus e.V. wird für die Gestaltung der „Weltretter-Bibliothek-to-go“ ausgezeichnet, deren Angebot neben der Förderung der Lesemotivation und des kindlichen Forscherinteresses auch die Sensibilisierung für Themen wie Umwelt und Natur unterstützt. Dafür erhält der Verein ein Preisgeld von 7.000€.

STADTBIBLIOTHEK BAD VILBEL 

Die Stadtbibliothek Bad Vilbel wird für ihr vielfältiges Gesamtkonzept ausgezeichnet, welches erfahrungsbedingt den Fokus bewusst auf ein analoges Angebot setzt, das die pandemiebedingten Einschränkungen nicht nur mitdenkt, sondern zum eigenen Vorteil ausspielt.  

Das Konzept besteht aus Einzelprojekten, die auf unterschiedliche Altersgruppen abgestimmt sind. Im Einzelnen besonders hervorzuheben sind Angebote, wie das „Detektivbriefing – Rätseln per Brief für Grundschüler“, das die Teilnehmenden in erhöhtem Maß dazu anregt, ihre Schreib- und Lesekompetenz zu verbessern. Durch den sukzessiven Briefversand der Rätsel wurden die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum begleitet. Ergänzende Rallye-Angebote wie eine „Rallye zum Geburtstag von Sven Nordqvist“ regen die Kinder zur aktiven Auseinandersetzung mit relevanten Inhalten an und bringen sie spielerisch mit Literatur in Kontakt. Hier präsentiert sich die Stadtbibliothek Bad Vilbel als etablierter Standort für außerschulisches Lernen, der auch unter Pandemiebedingungen die soziale Komponente mitdenkt. Durch Sommer- und Outdoorangebote wie den „Sommerleseclub MINT“ sowie das multimediale „Forschermobil“ wird den Kindern ein hohes Maß an Selbstständigkeit angetragen, das sie im selbstbestimmten Lernen und in ihrem Erkundungsdrang von bisher unbekannten naturwissenschaftlichen Zusammenhängen bestärkt.  

Die Eigenständigkeit der Kinder und Jugendlichen wurde im Rahmen des Projekts „Comicmania“ unterstützt. Die Teilnehmenden waren Teil einer Comicjury, die eine Auswahl der besten Comictitel vornahm. Nach Bewertung der Titel wurden diese in den Bestand aufgenommen und die aktive Teilhabe der Kinder mit einer Verlosung belohnt.  

Das Projektpaket der Stadtbibliothek Bad Vilbel überzeugt durch die Vielseitigkeit der einzelnen Aktionen, welche zusammengenommen einer Lese- und Sprachförderung dienen, die sich neben digitalen vor allem auf analoge Angebote beruft und damit dafür sorgt, die Bibliothek als zentralen Ort in der Stadt trotz des unverändert pandemischen Geschehens sichtbar zu halten. Für ihr Engagement erhält die Stadtbibliothek Bad Vilbel ein Preisgeld von 5.000€. 

STADTBÜCHEREI HOFHEIM AM TAUNUS 

Die Stadtbücherei Hofheim am Taunus wird für ihr vielseitiges Programm ausgezeichnet, das digitale und analoge Methoden miteinander verbindet und so ihr Profil als Begegnungsort ausbaut, der trotz nötiger Distanz für eine aktive Leseförderung steht.  

Die Malaktion “Portraits am Bauzaun” der Stadtbücherei war als Verschönerungsidee für den Bauzaun um die neue Stadtbücherei angedacht. Aufgrund hoher Coronafallzahlen konnte diese zwar nicht vor Ort stattfinden, dennoch konnten Kita-Gruppen und Schulklassen dazu begeistert werden, Portraits einzureichen und somit gemeinsam zur Verschönerung des Bauzaunes beizutragen. Zugleich wurde die Sichtbarkeit der Bibliothek im Ort gestärkt und eine Verbindung zu der neuen Stadtbücherei geschaffen.  

Dank des Projekts “Bücherwind” konnten Kita-Gruppen eine Reihe von Neuerscheinungen vorgestellt werden, die allesamt mit Informationsmaterial, Mal- und Bastelideen sowie Vorschlägen zu Gesprächsansätzen vorbereitet und zur Verfügung gestellt wurden. Dieses besonders flexible Projekt lässt sich ortsungebunden einsetzen und ermöglicht ein aktives Erleben von Büchern für viele Kinder auch während der Pandemie.  

Die bis dato gängige Vorlesestunde wurde außerdem in den digitalen Raum überführt und als “Digitale Bücherzeit” somit für jedermann von Zuhause aus zugänglich gemacht. Darüber hinaus wurden zu jeder Vorlesestunde eigens zusammengestellte Basteltüten für Kinder bereitgestellt. 

Die “Familien-Rallye” wurde als interaktive Rallye für Klein und Groß konzipiert, bei der Lösungen, Fotos und Sprachnachrichten in einer App eingetragen wurden. Zusätzlich konnten die Kinder an einem Gewinnspiel teilnehmen. 

Das Projektpaket der Stadtbücherei Hofheim am Taunus zeichnet sich in hohem Maße durch den Aspekt der Gemeinsamkeit aus. Immer wieder wurde das Gefühl geschaffen, gemeinsam kreativ sein zu können. Das Gesamtkonzept wird mit einem Preisgeld von 2.500 Euro belohnt. 

STADTBIBLIOTHEK WETZLAR 

Die Stadtbibliothek Wetzlar wird für ihr Hörspiel „Die Drachenblüte – ein Hörspiel für Kinder“ ausgezeichnet. 

Da das Hauptanliegen des gesamten Bibliothekteams darin bestand, ihre jüngeren Besucher*innen auch während der coronabedingten Schließung mit Geschichten zu versorgen, konzipierten zwei Mitarbeiterinnen in Eigenregie ein eigens geschriebenes und selbst eingesprochenes Hörspiel. 

Über mehrere Wochen hinweg veröffentlichte die Bibliothek einmal wöchentlich einen Teil des Hörspiels auf ihrer Homepage. So konnten sich die Kinder immer wieder aufs Neue auf einen weiteren Teil des Hörspiels freuen. Ziel des Projekts war es, mit viel Eigeninitiative neue Wege und Mittel zu schaffen, um vor allem Kindern einen Zugang zu Geschichten zu erhalten. Die Ausgestaltung und Konzipierung des Hörspiels unterstützt zudem den Spracherwerb der junge Zuhörer*innen. Die intensive Hörerfahrung stimuliert deren Lesemotivation und erweist sich somit als essentieller Baustein in einer nachhaltigen, auf Distanz gedachten Leseförderung.  

Die Eigeninitiative sowie das kreative Engagement des Bibliothekteams – vor allem aber der beiden Mitarbeiterinnen – soll daher mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro belohnt werden.